Montag, 19. Mai 2014

Berührungen beeinflussen die Sprachentwicklung bei Babies

Säuglinge lieben Reimspiele mit Berührungen und Kitzelelementen. Eltern stupsen intuitiv ihre Babies an die Nase und sagen dabei "Na-se!". Sie strampeln mit den Beinchen und küssen die Zehen und benennen dabei ganz beiläufig die Körperteile.

Welchen Einfluss Berührungen auf das Sprachverständnis von Säuglingen haben, untersuchte ein Forscherteam des Kindersprachlabors der Purdue University unter der Leitung von Amanda Seidl.

Sie untersuchte eine Gruppe von 48 vier Monate alten Säuglingen. Sie zeigte, dass Berührungen den Kindern beim Erlernen von Wörtern deutlich halfen:

Das Wort "dobita" hörten die Kinder heraus, dank Berührung, "lepoga" nicht.

Auf dem Schoss ihrer Eltern wurde den Kindern ein Tonband mit fließendem sinnfreiem Text vorgetragen, darunter unter anderem je 24 mal die Wörter ¨dobita¨ und ¨lepoga¨. Eine Experimentierperson saß ihnen gegenüber und fasste bei dem Auftauchen des Worts ¨dobita¨ zuverlässlich ein Knie der Babies an. Bei dem Wort ¨lepoga¨ hingegen fasste sie nur einmal den Ellbogen an und 23 mal bei beliebigen andere Worten.

Bei einem anschließenden Aufmerksamkeits-Sprachtest konnte herausgefunden werden, dass Babies durch ihr Aufmerksamkeitsverhalten deutlich signalisieren, dass sie das Wort ¨dobita¨, das durch Berührungen vertärkt wurde, herausgehört haben.

Die Berührung des Babies gleichzeitig beim "Wortnennen" ist wichtig.

Der gleiche Test wurde wiederholt mit dem Unterschied, dass die Experimentierperson ihr eigens Kinn im Sichtfeld der Säuglinge zur Verstärkung der Wörter und nicht die Babies berührte. Dies brachte jedoch nicht den gleichen Effekt.

Klar, dass Babies schön früh verstehen, wenn ihre Eltern von Körperteilen sprechen. Da es nicht wichtig ist, dass die Berührung eine Bedeutung zum Wort hat, können Eltern, die ihren Kindern auf die Sprünge helfen möcnten, sie dabei ganz lieb an den Händen fassen und "Teddy" sagen, wenn der Lieblingsbär gerade Babies Aufmerksamkeit hat. Vielleicht schläft das Kind darüber und versucht sich dannach bald selbst "Täädiiii".
 

Quelle: http://www.purdue.edu/newsroom/releases/2014/Q2/study-touch-influences-how-infants-learn-language.html (veröffentlicht April 2014)

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