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Digitales im Unterricht: Vom Nutzen zum Gestalten

Digitale Bildung wird von Seiten der Politik gefordert und gefördert. (1) So soll das Land Nordrhein-Westfalen beispielsweise über einen Zeitraum von fünf Jahren rund eine Milliarde  Euro vom Bund (DigitalPakt Schule) erhalten.  Eine dafür abschließende notwendige Entscheidung über die Bund-Ländervereinbarung trifft die Kultusministerkonferenz Anfang Dezember 2018. (2) Die Länder sind darüber hinaus dafür zuständig, entsprechende pädagogische Digital-Konzepte zu entwickeln und die Lehreraus- und -fortbildung einer digitalen Strategie entsprechend anzupassen . Mich interessiert als Bloggerin mit "computer-neurowissenschaftlichem" Hintergrund vor allem der pädagogische Einsatz digitaler Konzepte im Schulunterricht , auch wenn der Ausbau der IT-Infrastruktur in Schulen dafür genauso nötig ist :).   Bertelsmann-Stiftung betrachtet den Status Quo der pädagogischen Anwendung digitaler Methoden:  Ein Forscherteam hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung 2017 ...

Die Welt der Bildsprache von der Kindheit ins Erwachsenenalter mitnehmen.

Bildsprache in Sozialen Netzwerken  Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften sind manchmal etwas zu "sperrig", um sie interessant und übersichtlich Eltern präsentieren zu können. Trotzdem sind viele Ergebnisse wertvoll und sollten nicht nur Fachkreisen zur Verfügung stehen. Deshalb habe ich angefangen, Erkenntnisse und Gedanken in einer Art "Bildsprache" über Twitter anzubieten. Gemeinsam mit Bildern haben meine Tweets mehr Aufmerksamkeit erregt. Dabei bekam ich Kontakt zur Eltern-Blogger-Szene, aber auch zur internationalen "Sketchnoter-Szene" und stellte fest, dass ich im Prinzip nichts anderes erstellte als sogenannte "Sketchnotes". (Neuro-)Wissenschaft für alle durch Sketchnotes Sketchnotes bezeichnen eine Art Bildsprache. Seit gut einem Jahr twittere ich nun fleißig unter @NeuroFuerEltern meine Werke, teilweise zum Themenfeld Neurowissenschaften, aber auch darüber hinaus. Hier stelle ich ein Sketchnote-Beispiel von mir vor. Ich h...

Erklärungswahl: Eichelhäher oder Vogel?

12 Monate alte Kinder mit Detailvorliebe haben einen größeren Wortschatz mit 18 Monaten als "kategorisierende" Kinder. Sketchnote: J. Meyer Wer Kindern einen Eichelhäher zeigt, steht schnell vor der "Erklärungs-Wahl": 1) Die präzise Erklärung mit Hintergrund ohne Kategorie: "Das ist ein Eichelhäher. Der ist hier, weil hier so viele Eicheln herumliegen. Die mag der Eichelhäher so gerne." 2) Die rein kategoriesierende Erklärung:  "Das ist ein Vogel. Siehst Du die Flügel? Damit kann der Vogel fliegen, so wie der Vogel dort auch." (Zeigen auf Amsel) 3) Die präzise Erklärung:  "Das ist ein Eichelhäher. Danneben ist eine Amsel. Beides sind Vögel, die fliegen können." 4) Die persönliche Erklärung präzise, ggf. mit Kategorie: "Das ist ein schöner großer Vogel. Er ist ganz besonders schön mit der blauen Feder. Deine Schwester hat mal so eine blaue Feder gefunden. Schau einmal wie der Vogel hüpft. Toll oder? Das macht e...

Biologische Diskriminierung?

Der Chronobiologe Till Roenneberg äußerte sich zum einheitlichen Unterrichtsbeginn aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland um 8 Uhr morgens gegenüber der Süddeutschen Zeitung mit den Worten "Das ist eine biologische Diskriminierung."   Mir persönlich erscheinen die Worte des bekannten Chronobiologen etwas extrem. Die Bezeichnung "Diskriminierung" ist zwar korrekt gewählt im Sinne der Benachteiligung einiger Gruppen, jedoch ungewohnt scharf in einem solchen Zusammenhang. Ich stimme ihm aber weitgehend inhaltlich zu. Eine Diskussion zu angepassten Schulzeiten sollte gestartet werden. Anstatt das Thema im Detail auszuführen, habe ich mich für folgende Sketchnote entschieden:

Marshmallow-Test und Selbststeuerung?

Selbststeuerung bei Kindern. (aktualisiert 3.7.2018) Die Selbststeuerung oder auch Selbstregulation bleibt ein beliebtes Forschungsthema in den Neurowissenschaften. Der Freiburger Neurobiologe Joachim Bauer veröffentlichte 2015 sein Buch mit dem Titel "Selbststeuerung - Die Wiederentdeckung des freien Willens". Das Buch ist eine Ode daran, Anstrengungen auf sich zu nehmen für längerfristigen persönlichen Erfolg und erfüllende soziale Beziehungen. Die Mai-Ausgabe der Zeitschrift Eltern widmete 2015 eine ganze Seite dem Interview mit ihm. Verena Carl entlockte Joachim Bauer einige Einblicke in sein neues Werk (2). Fehlende Selbstkontrolle löst Stress aus und steht Schulerfolg im Weg... Doch wozu benötigen wir Selbststeuerung als Verhalten? Fehlende Selbststeuerung führt zwangsläufig zu Stress: Informationen treffen uns ungefiltert, unsere Aufmerksamkeit wandert von einem zum nächsten Thema genauso wie unsere Wünsche. Zudem ist es ohne Selbststeuerung kaum mö...

10 Elternerfahrungen mit der Känguru-Methode

Känguru-Methode: Besser selbst dabei nicht schlafen. Skin-to-skin, also Haut-auf-Haut liegt das Baby bei der Känguru-Methode. Die Methode hat bei Neugeborenen zahlreiche belegte positive Effekte. Besonders bei Frühgeborenen kommt das "kangarooing" zum Einsatz.    Väter haben mit dem Kind Haut-auf-Haut die Chance, die ersten Stunden ganz nah und aktiv dabei zu sein.    Doch welche Erfahrungen machen Eltern beim "kangarooing"? Emma berichtet in ihrem Blog "The Mom in Me, MD", nicht ohne stolz, wie sie neun Wochen lang in der Frühgeborenenstation, ihrem Baby mit der Känguru-Methode, Wärme und Geborgenheit geboten hat. Gleichzeitig warnt sie ihre Leserschaft vor dem plötzlichen Kindstod und empfiehlt, die Känguru-Methode in die Tagesroutine einzubauen, wenn die Eltern selbst wach sind. Blo ggerin Emma empfielt Känguru-Methode in die Tagesroutine einzubauen.   Tatsächlich raten Experten schon lange, Kinder nicht im Elternbett schlafen z...

Loben! Loben!! Zu viel gelobt???

Folgen der Überbewertung des eigenen Kindes...? Wir alle loben unsere Kinder dafür, tolle Bilder zu malen, den eigenen Namen zu schreiben, den Tisch abzuräumen, ein trauriges Kind zu trösten, dem kleinen Geschwister zu helfen, die Jacke anzuziehen, "Erster" zu sein, tapfer zu sein, beim "Letzter" sein, mutig zu sein, beim ersten Kindergeburtstag... und das ist auch gut so und passiert ganz aus dem Bauch heraus. Unser Gefühl sagt uns ganz klar, "Lob baut auf", "macht stark", "muss sein" und macht Eltern und Kindern auch Spass. Aber irgendwie ist uns auch klar: "Mit Lob steuern wir unser Kind." Einem kleinen Mädchen immer wieder zu sagen, wie schön oder niedlich es ist, wird es darin bestärken, dass es auf das Schönsein und Niedlichsein ankommt. Das tun glücklicherweise die Wenigsten von uns ... oder doch etwa? Einem Mädchen immer wieder zu sagen wie klug es ist, wird es überzeugen, dass es klug ist, auch ohne etwas dafü...

Babyschlaf und Gedächtnis: Dr. Sabine Seehagen im Gespräch!

Dr. Sabine Seehagen Dr. Sabine Seehagen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Mit ihrer  aktuellen Studie zur Gedächtnisbildung bei Säuglingen sorgte sie gemeinsam mit ihrem Team für internationales Aufsehen. NeurofuerEltern: Für uns Eltern ist Schlaf vor allem bei Babies und Kleinkindern ein ganz großes Thema. Was passiert denn, wenn Babies schlafen? Seehagen: Der Schlaf besteht bei Kindern und Erwachsenen aus verschiedenen Phasen. Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen R.E.M. und nicht-R.E.M.-Schlaf. Im R.E.M. Schlaf haben die Kinder zum Beispiel mehr Muskelspannung und da wird auch geträumt. Im nicht R.E.M. Schlaf ist das Kind still und die Augen bewegen sich nicht. Hier werden dann vier Stadien unterschieden: Bei Stadium drei und vier spricht man von Tiefschlaf. Im Tiefschlaf sieht man ganz ruhige Wellen(slow-waves) im EEG. Man geht davon aus, dass in den unterschie...

Ein ausgeschlafenes Kind lernt mehr?

Handpuppenspieltest zeigt: Schlaf ist wichtig für die Bildung des Langzeitgedächtnisses Foto: Dr. J. Meyer 2015 Ein ausgeschlafenes Kind lernt nach einem Mittagsschlaf mehr? Stimmt so nicht. Genau genommen sprechen neueste Forschungsrgebnisse dafür, dass es genau anders herum sein könnte: Ein Kind, das kurz vor dem Mittagsschlaf steht, dessen letztes Schläfchen länger her ist, hat mehr Chancen zu lernen! Forscherinnen um Dr. Sabine Seehagen (Ruhr-Universität Bochum) zeigten aktuell, dass Kinder im ersten Lebensjahr sich besser an Gelerntes erinnerten, wenn sie kurz nach dem Gelernten mindestens eine halbe Stunde schliefen. Dazu besuchte das Forscherteam die 216 Säuglinge im Alter von sechs bis 12 Monaten jeweils zwei Mal zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung entweder kurz vor oder nach dem Mittagsschlaf. Sie spielten den Kindern mit Handpuppen bestimmte Handlungen vor. Beim zweiten Besuch nach vier bzw. 24 Stunden schauten sie, welche Handlungen die Kinder nachahmten. Han...

Geplanter Geburtszeitpunkt beeinflusst Babys Entwicklung

Geplante Geburt: Jeder Tag zählt... Foto: Dr. Jennifer Meyer Kinder, die nach Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, gelten nach dem Diagnoseklassifikationssystem ICD der Weltgesundheitsorganisation WHO als termingerecht geboren. Kliniken haben in der Vergangenheit geplante Geburten (per Kaiserschbitt oder Einleitung) häufig deutlich vor dem errechneten Geburtstermin terminiert, auch wenn es hierzu keine medizinische Notwendigkeit gab. Es mehren sich nun Studien, die zeigen, wie wichtig diese letzten Tage der Schwangerschaft für die Gehirnentwicklung der Kinder sind. Geplante Geburten wenn möglich spät terminieren  Nicht immer haben Mütter die Wahl: Ein frühzeitiger Blasenriss oder ein schlecht versorgtes Kind im Mutterleib, machen den frühen Geburtstermin häufig notwendig. Wenn jedoch das Abwarten medizinisch möglich ist, sollten Eltern in ihren Entscheidungen gut beraten werden: Eine aktuelle US-Studie um Emma Espel von der psychologischen Fakul...

Lieber nix für alle...

Foto: Dr. J. Meyer Im Büroalltag erleben viele Menschen Konkurrenz. Eine Bekannte berichtete kürzlich wie eine Kollegin, die nicht im Homeoffice arbeitete, sich dafür einsetzte, dass alle Kolleginnen im Homeoffice eine Pflichtpause einhalten mussten, die auf die Arbeitszeit angerechnet wurde. Für sich selbst erreicht hatte die Kollegin nichts, außer einer tiefen Befriedigung, dass es nun allen gleich erging, mit fünf Stunden im Homeoffice oder acht Stunden vor Ort. Der hat aber ein Gummibärchen mehr! Im Kindergarten läuft das beschriebene Szenario genauso ab, oder, so legt eine neue US-Studie nahe, noch intensiver. Der Verhandlungsgegenstand ist selbstredend ein anderer: "Die darf raus und ich nicht." "Der hat aber ein Gummibärchen mehr als ich." "Ich will auch den großen Bagger." Eine neue Studie eines Teams um die Verhaltenspsychologin Katherine  McAuliffe von der Universität Yale belegt, dass bereits Vierjährige auf eine Belohnung verzichten, w...

Vorlesen. Vorlesen. Viel Vorlesen!

Foto: Dr. J. Meyer Winterzeit ist Vorlesezeit. Passend dazu erschien nun im Dezember 2014 eine Übersichtsarbeit einer Arbeitsgruppe der Chochrane Collaboration. Die Arbeitsgruppe rund um Elizabeth Sloat aus Kannada konnte  bestätigen, wie wichtig das gemeinsame intensive und interaktive Lesen mit den Eltern für Kinder im Alter von null bis vier Jahren ist. Cochrane Studien gelten als besonders verlässlich. Ein Zusammenschluss von internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern garantiert die Qualität und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Studien. "Was glaubst Du macht die kleine Hexe jetzt?" Elizabeth Sloat und ihre Kolleginnen und Kollegen konnten zeigen, dass Programme, die Einfluss auf die gemeinsame Lesezeit mit den Eltern bei bis zu vier Jahre alten Kindern nehmen, positive Effekte auf den aktiven und passiven Wortschatz der Mädchen und Jungen haben. In der Vergangenheit konnten Studien diesen Effekt bereits zeigen. Die vorliegende Studie bestätigt ...

Krabbelst Du noch oder läufst Du schon?

Laufen und Sprechen sind die beiden Fähigkeiten, die Eltern gebannt erwarten. Für Kinder bedeuten sie große Fortschritte in Richtung Selbständigkeit. Doch was haben beide Fähigkeiten miteinander zu tun? Wie beeinflussen sie sich? In welcher Reihenfolge passiert was? Klar ist, sobald die Kinder laufen, verändert sich massiv ihr Blickfeld und damit ihre Wahnehmung. Das bestätigte auch eine Arbeitsgruppe um Kari S. Kretch von der New York University. Sie beschäftigten sich mit dem Blickfeld krabbelnder und laufender Kinder. Dazu untersuchten sie 13 Monate alte Kinder, die einen "Eye-Tracker" trugen. Das ist eine Kamera, die die Blickrichtung der Kinder misst und am Kopf befestigt wird. Weitere Kinder trugen einen Bewegungsdetektor am Kopf, der die Bewegungsrichtung des Kopfes misst. Wie zu erwarten, schauten krabbelnde Kinder mehr in Richtung Fußboden und weniger in Richtung Wände. Laufende Kinder konnten ihren Bezugspersonen direkt geradeaus ins Gesicht schauen. Krabbelnd...

Mutterschaft verändert das Gehirn der Mütter langfristig positiv

Die Anforderungen an Eltern nach der Geburt eines Kindes sind enorm. Kaum eine Lebensumstellung stellt Menschen vor solch immense Veränderungen und Herausforderungen. Doch welche Auswirkungen ergeben sich daraus an Anpassungsfähigkeit auf das Gehirn von Müttern und Vätern langfristig nach der Geburt der Kinder? Dieser Frage gingen bereits im Jahr 2008 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der University of Richmond in einem Artikel im Fachmagazin "Archives of Sexual Behavior" nach. Sie konnten an Ratten nachweisen, dass die Fähigkeit der Nervenzellen und Synapsen, sich nutzungsabhängig zu verändern langfristig durch die Mutterschaft positiv beeinflusst wird. Auch konnte gezeigt werden, dass sich das Verhalten der Ratten langfristig verändert: Ängstlichkeit und Zögerlichkeit sind bei Muttertieren weniger anzutreffen, der Orientierungssinn verbessert sich und das Gehör wird geschärft. Wachstumsprozesse im Gehirn konnten langfristig nachgewiesen werden. Social Freezing ve...

Angenehme Gerüche fördern Babys Aufmerksamkeit und Gemütszustand

Foto: Dr. Jennifer Meyer Angenehme Gerüche lassen Säuglinge aufmerksamer und besser gelaunt werden. Caroline Coffield vom kanadischen ¨The Boggs Center of Developmental Disabilities¨ untersuchte zu dieser These gemeinsam mit ihren Forschungspartnerinnen eine Gruppe von 27 sechs Monate alten Säuglingen. Ihnen wurden Bilder von einer Frau mit freundlichem oder traurigem Gesicht präsentiert. Wurden den Babies angenehme Gerüche (bspw. Kiefer oder Babypuder) gleichzeitig dargeboten, schauten sie sich die Gesichter im Durchschnitt länger an und zeigten mehr positive emotionelle Reaktionen, indem sie beispielsweise mehr lachten, als ohne Darbietung von Gerüchen. Angenehme Gerüche lassen Babies, aber auch Erwachsene mehr lachen und aufpassen. Dass angenehme Gerüche sowohl emotionell als auch kognitiv positive Effekte haben, war bereits bei Erwachsenen und Kindern bekannt. Das Forscherteam konnte diesen Effekt nun auch für Säuglinge nachweisen. Quelle: Coffield et al.: Adding Odor: L...

Berührungen beeinflussen die Sprachentwicklung bei Babies

Säuglinge lieben Reimspiele mit Berührungen und Kitzelelementen. Eltern stupsen intuitiv ihre Babies an die Nase und sagen dabei "Na-se!". Sie strampeln mit den Beinchen und küssen die Zehen und benennen dabei ganz beiläufig die Körperteile. Welchen Einfluss Berührungen auf das Sprachverständnis von Säuglingen haben, untersuchte ein Forscherteam des Kindersprachlabors der Purdue University unter der Leitung von Amanda Seidl. Sie untersuchte eine Gruppe von 48 vier Monate alten Säuglingen und konnte dabei zeigen, dass Berührungen den Kindern beim Erlernen von Wörtern deutlich halfen. Das Wort "dobita" hörten die Kinder Dank Berührung heraus, "lepoga" nicht. Auf dem Schoss ihrer Eltern wurde den Kindern ein Tonband mit fließendem sinnfreiem Text vorgetragen, darunter unter anderem je 24 mal die Wörter ¨dobita¨ und ¨lepoga¨. Eine Experimentierperson saß ihnen gegenüber und fasste bei dem Auftauchen des Worts ¨dobita¨ zuverlässlich ein Knie der Babies an. ...

Streicheln ist Babies in bestimmtem Tempo angenehm

Streicheln Eltern ihre Babies mit den Händen und berühren sie direkt von Haut zu Haut, wirkt dies beruhigend. Eltern erfahren dies sehr schnell schon unmittelbar nach der Geburt. Werden Babies jedoch in einer bestimmten Geschwindigkeit gestreichelt, beruhigen sie sich und werden aufmerksamer, sogar, wenn sie mit einem Pinsel und nicht mit der liebevollen Hand der Eltern gestreichelt werden. Nervenbahnen reagieren auf bestimmtes Streicheltempo, auch mit Pinselstrich. Wissenschaftler des Max Planck Instituts für Neurowissenschaften und Kognitinsforschung in Leipzig haben hierzu Babies im Alter von rund neun Monaten in einer Sitzschale auf dem Schoß ihrer Mütter mit einem Pinsel in drei verschiedenen Geschwindigkeiten gestreichelt. Die Babies schauten sich dabei einen Tier-Trickfilm an. Ausschließlich in der mittleren angenehmen Geschwindigkeit des ¨Pinselstrichs¨ beruhigten sich die Babies, die Herzfrequenz wurde niedriger und die Aufmerksamkeit dieser Babies nahm zu. Besonders gut fu...